Einige Spieler unserer männlichen U18-Mannschaft vertraten als Schüler der Johanniter-Schulen Wriezen das Land Brandenburg beim Bundeswettbewerb „Jugend trainiert für Olympia“, ein vom Ministerium geförderter, bundesweiter, mehrtätiger Volleyballwettbewerb in der Bundeshauptstadt Berlin. Die Mannschaft des Johanniter-Gymnasiums überzeugte im laufenden Schuljahr beim Kreis-, Regional- und Landesfinale als Sieger und qualifizierte sich bereits zum zweiten Mal in ihrer Historie für dieses spektakuläre Event.
Bei 16 Mannschaften aus 16 Bundesländern wurde in vier Vierergruppen gespielt. Bei der Auslosung im Vorfeld hatte man etwas Glück. Zwar wurde man mit dem Favoriten aus Berlin in eine Gruppe gelost, hatte aber mit Sachsen-Anhalt und Hessen zwei durchaus schlagbare Kontrahenten als Gegner, ein Weiterkommen als Gruppenzweiter war also durchaus im Bereich des Möglichen. Entscheidend war gleich das erste Gruppenspiel gegen Hessen, an dieser Stelle ein Sieg und die Chancen wären sehr realistisch. Und tatsächlich konnten die Oderbruchstädter sich knapp in drei Sätzen behaupten und siegreich ins Turnier starten. Beim zweiten Spiel gegen Berlin nahm Trainer und Sportlehrer Tom Schwenk eine Niederlage in Kauf und ließ seine Ergänzungsspieler zum Zuge kommen, für diese wahrscheinlich die einzige Möglichkeit überhaupt etwas Spielzeit zu bekommen. Die Niederlage fiel dann auch sehr deutlich aus. Aber egal, wichtiger war es das nächste Spiel gegen die Vertretung aus Sachsen-Anhalt erfolgreich zu gestalten. Die Wriezener taten sich hier sehr schwer und konnten sich in den Sätzen nur denkbar knapp durchsetzen, im Ersten sage und schreibe mit 32:30, gefühlt standen einige mitgereiste Angehörige kurz vor einem Herzstillstand. Aber egal Hauptsache gewonnen und die Zwischenrunde erreicht.
Der Modus sah es nun vor eine Viertelfinalqualifikation gegen den Dritten der benachbarten Gruppe zu spielen. Leider fielen die Ergebnisse dort nicht so aus wie erwartet und man bekam anders als gedacht nicht Niedersachsen (ein augenscheinlich schlagbarer Kontrahent) zum Gegner sondern Mecklenburg-Vorpommern vertreten durch die Sportschule Schwerin, schlimmer hätte es nicht laufen können. Die Mannschaft des Johanniter-Gymnasium versuchte natürlich alles um auch gegen diese Top-Mannschaft zu bestehen und das Viertelfinale zu erreichen, welches im Vorfeld als heimliches Ziel anvisiert wurde. Letztendlich war die Qualität beim Gegner zu hoch und obwohl man sich bis zum Schluss so gut und tapfer wie möglich wehrte und auch viele tolle Spiel- und Angriffssituationen hatte, war eine 0:2-Niederlage das Ergebnis.
Am zweiten Turniertag spielten die Wriezener dann noch die Platzierungsrunde. Nach einem hart umkämpften und knappen Sieg in drei Sätzen gegen das Bundesland Hamburg musste man nun im abschließenden Spiel um Platz 9 nochmal gegen die Mannschaft aus Hessen antreten. Leider waren die Schüler aus Wriezen nach zwei anstrengenden Turniertagen sichtlich erschöpft, sowohl physisch als auch psychisch. Die Wriezener konnten sich nicht mehr wirklich aufraffen und den Hessen Paroli bieten. So wurde das letzte Spiel der Wriezener Landesvertretung verloren und als Endergebnis stand der 10. Platz zu Buche, ein sehr starker und solider Platz im Mittelfeld.
Um das jetzt mal richtig einzuordnen möchte ich gerne einige Angehörige zitieren, die die Situation mit einer Analogie aus den Asterix-Comics beschrieben: „Das kleine gallische Dorf Wriezen setzt sich gegen die römische Volleyballmacht aus ganz Deutschland zur Wehr und kann sich behaupten“. Ich finde das sehr zutreffend und passend.
Autor: Kevin Schmidt, Fotos: Amy Berger
